Das darf doch nicht wahr sein

Es darf nicht wahr sein
– Der Herr ist auferstanden! (Er ist wahrhaftig auferstanden)
So habt ihr es gesagt, bezeugt, gesehn, herbeigesehnt, interpretiert, exegiert und theologisiert.

Das darf einfach nicht wahr sein! Das sagten die Pharisäer.
Denn dann hätte der Wanderprediger recht und sie einen schrecklichen Irrtum begangen. Das nimmt ihnen den Sieg über den Gotteslästerer. Den Fresser, den Säufer, den Weltbesserer. Denn was besser ist, das wissen wir doch. Das was immer galt und was die Mächtigen uns sagen. Die Auslegungen und Interpretationen der Elite, nicht dieser Niete. Nicht, dass ein obdachloser, unehelicher Handwerker uns die Welt erklärt. Den Mund aufmacht und uns empört. Schuster bleib bei deinen Leisten – und schweig still. Für immer. Ruhe in Frieden – aber Ruhe!

Das darf einfach nicht wahr sein! Das sagten die Römer. Tote können nicht auferstehen. Tote dürfen nicht auferstehen. Das ist nicht nur ein theologisches, sondern auch ein politisches Problem. Wie viele Menschen aller Nationen hatten sie hingerichtet … Im Krieg für ihr Weltreich getötet. Sie dürfen nicht auferstehen. Sonst würde ein finales Gericht uns bewerten. Sehen, dass unser Recht zu töten Unrecht war. Gott ist der Kaiser in Rom. Darüber darf es niemanden geben – sonst sind wir verloren.

Was sagst du zur Auferstehung? Du glaubst nur an das, was du siehst – so wie Thomas. Was siehst du? Der Buddhismus sagt: „Realität ist bloß eine andauernde Illusion.“ Aber wir sind ja nicht Buddhisten, sondern Christen, Fundamentalisten oder doch nur Pazifisten, um nicht zu sagen: feige Träumer.

Jesus sagt: Ich bin die Wahrheit.
Fakt ist: Jesus hat gelebt.
Fakt ist: Jesus hat sich Sohn Gottes genannt
Fakt ist: Jesus starb am Kreuz
Fakt ist: Jesus war wirklich tot
Fakt ist: Der Vorhang zum Allerheiligsten zerriß bei seinem Tod
Fakt ist: Dunkelheit geschah in der Stunde seines Todes
Fakt ist: Er wurde begraben
Fakt ist: Das Grab ist leer

Siehst du das Kreuz? Siehst du das Blut? Siehst du den Mut, den Schmerz, das blutende Herz Gottes?

Das darf doch nicht wahr sein, dass dieser Jesus lebt. Dass der Tod ihn nicht besiegt hat und nicht halten konnte. Der Tod, die scheinbar letzte Grenze muss doch bestehen bleiben. Das darf nicht wahr sein, denn sonst hat Jesus ja recht, mit dem was ER sagte, tat und lebte. Schon im Leben stimmten Worte und Taten überein. Jetzt auch noch im Sterben und im Aufersteh’n? Es darf einfach nicht wahr sein, denn dann werden die Letzten die Ersten sein und das heißt, ich hab Unrecht und dass ich verliere. Das heißt, er hatte recht mit dem Balken in meinem Auge. Als ich so selbstsicher anderen gesagt hab, wo ihr Problem liegt. Als ich betrogen hab und gelogen hab. Mir die Wahrheit zurecht gebogen hab. Als ich eitel war und rücksichtslos und lieblos und ohne Herz und ohne BarmHERZigkeit.
Dann ist es wahr, dass aus den Balken aus meinen Augen ein Kreuz geworden ist, an dem dieser Mann gestorben ist.

Das darf nicht wahr sein, denn dann wäre Gott Liebe und ganz nah. Dann könnte ich ihm die Schuld für alles Üble nicht mehr zuschieben, ich müsste selber lieben und vergeben. Und anpacken, Verantwortung übernehmen, das Kreuz auf meinen Rücken und mich schämen, was die Menschen tun und was sie lassen. Und wen sie alles hassen.
Das darf nicht wahr sein, denn dann müsste ich erkennen, bekennen und benennen, dass ER Gott ist. Herr der Dinge und Seelen und Körper und Geister und Dämonen. Herr des Satan, des größten Übels. Und … Ja und?
Und von mir.

Darf das wahr sein?
Darf das wahr sein?

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