Hüttenzeit II – Warum das Ganze?

Die Reaktion anderer auf meine jährliche Auszeit, fällt meist sehr unterschiedlich aus.

Warum eine einsame Hütte?
Was macht man denn da die ganze Zeit?
Ich könnte das nicht.
Wow, cool! Wollte ich auch schon immer mal machen.

Das Beste daran: Du musst es nicht genauso machen!
Die Grundidee meiner Hüttenzeit ist, dass ich Zeit mit mir und für mich selbst habe. Zeit für Dinge, die sonst zu kurz kommen. Das kann für dich ganz anders aussehen.
Für mich heißt das eben kein: „Ach, ich muss ja noch …!“ Im Gegenteil. Es heißt: Was tut mir jetzt gut? Was würde ich jetzt gerne tun? Wozu habe ich Lust?
Dazu kommt bei mir die geistliche Frage: Was will Gott mir gerade sagen?

Entsprechend ist mein Gepäck äußerst umfangreich. Ich halte mir alle Optionen offen und entscheide dann vor Ort und in dem Moment, was „dran ist“.

Neben meiner Pfadfinder-/Bushcraftausrüstung kommen dazu:

Die Ausrüstung für eine Hüttenzeit muss gewissenhaft gepackt werden.

Wanderausrüstung, Sauna- und Schwimmbadklamotten, Bücher & Zeitschriften (Romane, Krimis, Bibel, Fach-, Sachbücher, Motorradzeitschrift, …), Sportkleidung, Werkzeug (Schnitzen, Schrauben), Schreibzeug, Tagebuch, Fotoapparat, Whisky, Zigarillo, etc.

Seele baumeln lassen – auch mal bei einem Zigarillo.

Ich bin vom Typ ein eher intravertierter Mensch. Heißt, ich ziehe Kraft aus der Zeit, die ich für mich habe. Für mich gibt kaum Stärkenderes, als regelmäßig Zeit allein mit Gott zu verbringen. Ich liebe es, aus dem Moment zu entscheiden, was gerade Programm sein soll oder eben nicht.

Zum einen gibt die Einfachheit der Hütte und das „Überleben“ schon viel vor. Wärme, Wasser, Nahrung. Gar nicht einfach ohne fließendes Wasser und Strom. Da wird das, was sonst eben schnell mit einem Dreh am Thermostat oder dem Einschaltknopf der Mikrowelle erledigt wird, zu einer fast tagesfüllenden Aufgabe. Dann ist wiederum jede Menge Zeit zum Lesen, Schnitzen, Schlafen, Kokeln, Faulenzen, Beten, Singen, Wandern, Fotografieren, Schreiben, Malen, Beobachten, Sporteln, ins Feuer schauen, Wasser holen, Nachdenken.

Wenn du z.B. extravertiert bist, dann wird dich die Vorstellung einer einsamen Hütte fernab der Zivilisation eher abschrecken.

Demnächst: Hüttenzeit III – Segen und Fluch „fortschrittlicher“ Medien.

Hüttenzeit I

Es ist mir zur guten Gewohnheit geworden, einmal im Jahr eine Woche in einer einfachen Hütte im oder am Wald zu verbringen. Auf die Idee brachte mich vor ca. 7 Jahren Daniel Zindel (Autor, Stiftungsleiter, Pfarrer) bei einem Kongressvortrag.

Er berichtet, wie er sich regelmäßig „mit der Bibel und einer Flasche Rotwein“ in eine schweizer Berghütte zurückzieht. Das sei wesentlicher Teil seines geistlichen Lebens geworden.

Seit 2014 habe ich diese Hüttenzeit für mich übernommen. Die Gründe, Gedanken, Aktivitäten usw. möchte ich mit einigen Blogbeiträgen darstellen.

Hallo Timotheus!

Paulus geht nach Lystra. (Apg. 16, 1-5)
In Lystra trifft er auf Timotheus. Hallo Timotheus!

Mitten in all den negativen Erfahrungen in dieser Stadt, fällt Paulus Blick auf den jungen Kerl. Seine Mutter Jüdin, sein Vater Grieche – er vereinte beide aktuellen Strömungen in sich. Die Mutter, die ihm die jüdischen Gebote und Traditionen beigebracht hatte. Der Vater aus der wissenschaftlich-religiösen Welt Griechenlands. Der eine Gott und die vielen Götter. Das emotionale Judentum und der logische Hellenismus.
Dieser Jugendliche brannte für den Glauben an Jesus Christus.→ weiterlesen

Ich liebe die Bibel

Fällt dir eigentlich für eine Predigt auch mal nichts ein?

Diese Frage stellte mir eine Freundin eines Tages beim Kirchencafé nach dem Gottesdienst. Ich musste überlegen. Gibt es das?
In diesem Jahr bin ich 40 Jahre alt geworden. Meine Eltern erzogen meine Geschwister und mich mit klarer christlicher Prägung. Schon als Drei-Käse-hoch blätterte ich fasziniert in der bebilderten Kinderbibel. Es folgten unzählige Kinder-, Jungschar- und Jugendstunden mit Andachten und Bibelarbeiten. Ebenso unzählige Predigten und Bibelarbeiten, Bücher, Lieder, Gebete, Seminare und Vorträge. Irgendwann ist der biblische Fundus doch erschöpft, oder? Ist nicht jeder Gedanke irgendwann gedacht, jedes Wort erklärt und gebetet? → weiterlesen

Bin ich eigentlich evangelikal?

Immer wieder begegnet mir die Bezeichnung „evangelikal“. Mal sind es die weißen Trumpwähler aus dem Süden der USA, mal kinderschlagende Fundichristen in Deutschland. Mal Demonstranten gegen die „Ehe für alle“ oder ausländerfeindliche AFD-Sympathisanten. Mal christliche Fundamentalisten und Bibel-Wörtlich-Nehmer. Gibt es positive Vorurteile? Nie welche gehört.
Bald entspann sich auch auf Twitter eine lebhafte Diskussion über Begriff und Definition. Wen meint man mit „den Evangelikalen“? Was ist Evangelikalismus überhaupt? Was ist Vorurteil und was haben diese christlichen Gruppierungen gemein? Die von mir sehr geschätzen Podcaster von „Hart aber herzlich“ widmeten dem Thema sogar eine Folge ihrer koffeingetränkten Gespräche: https://soundcloud.com/user-957777934/16-hat-der-begriff-evangelikal-ausgedient

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Schwedenimpressionen 2017

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Was Prinzessin Alice alles kann …

Einzeln und der Reihe nach betraten 68 Kinder ein Zimmer an der Universität von Belfast. Dort wartete eine Versuchung auf sie, der nur Heilige widerstanden hätten. Ein kleiner Wettkampf war vorbereitet. Mit Klettbällen sollten die Kinder auf eine Zielscheibe an der Wand werfen. Ein freundlicher Mann erklärte die Regeln. Dann verließ er unter einem Vorwand den Raum. Er komme gleich wieder, sagte er. Die meisten Kinder wurden schwach. Kaum war die Tür zu und der Aufseher weg, liefen sie zur Zielscheibe, um ihre Bälle anzuheften – ein wenig vom Mittelpunkt entfernt, damit es nicht auffiel. Aber würden die Kleinen auch so unbekümmert schwindeln in Gegenwart eines Geistes? Das war es, was der Psychologe Jesse Bering mit seinem Experiment herausfinden wollte. Eine zweite Gruppe Kinder trat deshalb unter übernatürlich verschärften Bedingungen an: Eine unsichtbare „Prinzessin Alice“, so erfuhren sie, sitze im Raum, hier auf dem leeren Stuhl. Sie sehe alles. Und das Wunder geschah: Unter den Augen der Prinzessin wurden viele Kinder fromm, ab sofort warfen sie nach den Regeln.“ 1

Glaube kann Verhalten verändern. Was hier nur ein kleines Experiment mit einer ausgedachten Prinzessin ist, gilt umso mehr für Menschen, die an den lebendigen Jesus Christus glauben.
1 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-90254984.html [aufgerufen am 27.07.2017] „Die Erfinder Gottes“

Jesus klingelt.*

Es klingelt.
Momeeeeent! (Ich bin nämlich noch im Bademantel. Ja, Mensch, ist spät geworden gestern.)
Es klingelt.
Jahaaaaa, bin unterwegs. (Schnell in die Jeans geschlüpft und zur Tür. Könnte ja ein Paket sein. Oder die Kinder sind schon aus der Schule.)
Ich öffne die Tür.
Jesus steht da.
Oh. … Aber …..
„Hallo! Ich bin’s.“, sagt Jesus.
Hallo Jesus. Also mit dir hab ich nun am allerwenigsten gerechnet, ehrlich gesagt.
„Wieso, liest du keine Bibel? Seid bereit und so?“
Erwischt, Jesus!
„Darf ich jetzt rein oder soll ich hier die ganze Zeit im Windzug stehenbleiben?“
Sorry, Jesus, klar doch, komm rein. Bin heute nicht so ganz bei mir.
„Ich weiß.“, sagt Jesus.
Ich hab aber nicht aufgeräumt .. und … verpennt … und ….
„Ich weiß.“, sagt Jesus.
Ich beginne zu schwitzen. Ja, schön dass du reinschaust. Magst du was trinken?
„Wasser.“, sagt Jesus.
Äh, klar. (Hätt‘ ich wissen können).
Was verschafft mir denn die Ehre deines Besuchs, Jesus?
„Ich hab gehört, du predigst am Sonntag.“, sagt Jesus.
Ja, stimmt. Geht um deine Taufe damals.
Jesus lacht: „Ja, der Johannes hat genau so geschaut wie du vorhin an der Tür.“
Das glaub ich, Jesus. Aber wo du jetzt mal da bist. Willst du nicht die Predigt halten am Sonntag. Boah, das wäre der Hammer. Weißt du, ich fange so an, liebe Gemeinde, liebe Freunde, .. und dann kommst du so….
„Nö.“, sagt Jesus.
Wie nö?
„Ja, nö – du predigst.“, sagt Jesus.
Jesus, bei allem Respekt. DU sitzt hier an meinem Esstisch und ich soll für dich predigen? Ich brauch noch so viel Lehre von dir. Und ich hab noch so viele Fragen und die ganzen Interviews nächste Woche beim BAMF… und außerdem …
„Du predigst.“, sagt Jesus.
Was soll ich denn sagen, Jesus? Gib mir wenigstens n Tipp, bitte bitte.
„Egal.“, sagt Jesus.
EGAL??? (das hat er jetzt nicht gesagt)
„Du stehst doch vorne und redest dann.“
Ja, eben.
Ja, eben.“ Sagt Jesus.
Hä?
„Glaubst du an mich?“, fragt Jesus.
Das tue ich.
„Und ich glaube an dich.“, sagt Jesus.

*) Inspiriert durch Susanne Niemeyer„Jesus klingelt“, Kreuz-Verlag 2014

Was ist, wenn es regnet?

„Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten.“ So sagte es meine Klassenlehrerin in der Grundschule. „Wer nicht fragt bleibt dumm“, so haben es mir Grobi, Samson & Co eingebläut.

Liebe Kinder (vielmehr Ex-Kinder), ich muss euch enttäuschen: Es gibt sie doch!
Fragen, bei denen mich nur meine gute Erziehung daran hindert, die Antwort ähnlich dumm zu formulieren. Hier meine Highlights:

Was ist, wenn es auf dem Zeltlager regnet?

Äh ja, dann fällt Wasser vom Himmel – unfassbar oder?

Ist das Treffen wichtig, zu dem du mich eingeladen hast?

Ach was, ich verbringe meine Arbeitszeit meistens mit völlig Unwichtigem!

Was machst du, wenn ich beim Freizeitprogramm nicht mitmache?

Genial, dann fahren wir alle nach Hause und chillen vor der Glotze! Gemeinschaft und Natur sind völlig überbewertet.

Kennst du auch solche Fragen? Gerne in die Kommentare!

Kreuzweg – was ist das?

Der Kreuzweg ist das bewusste Nachempfinden des letzten Weges Jesu von der Gefangennahme und Verurteilung bis zum Felsengrab.
Auf Twitter entdeckte ich gerade eine übersichtliche Darstellung des traditionellen Kreuzweges mit 14 Stationen:

Quelle: https://twitter.com/dpa/status/851369586477891584 [Aufgerufen am 10.04.2017]